Wir, die Klasse 8d, reisen seit kurzer Zeit durch ganz Europa. Am Anfang befanden wir uns in Frankreich des 17. Jahrhunderts. Als erstes machten wir einen Ausflug nach La Haye. Dort trafen wir auf einen Mann, der uns sehr bekannt vorkam. Er saß auf einer Stadtmauer und entwarf etwas; was das war, wussten wir bis dahin noch nicht. Bis sich einer von uns entschloss ihn zu fragen, was er da machte. Er stellte sich zunächst einmal vor: "Ich bin René Descartes. Ich habe gerade eine neue Entdeckung gemacht. Damit gelingt es, geometrische Zusammenhänge mit Hilfe der Algebra zu beschreiben." Wir baten ihn, uns das genauer zu erklären. 
Daraufhin legte er jeweils vier Steine in vier Reihen untereinander. Dann ordnete er jeder senkrechten und jeder waagerechten Reihe eine Zahl zwischen 1 und 4 zu.

"Auf diese Weise kann man nun jedem Stein ein Zahlenpaar zuordnen und damit den genauen Platz des Steines in dem System angeben!" erläuterte René Descartes. "Ja," erwiderten wir, "das haben wir in der Schule auch gelernt; dem schwarzen Stein gehört das Paar (2; 3) und dem grünen Stein das Paar (4; 2)." Hoch erfreut über unser Interesse erklärte Herr Descartes weiter: "Nun füge ich noch zwei Zahlenstrahlen hinzu:"

So entstand ein Kreuz mit einer waagerechten und einer senkrechten Achse, die er mit den Buchstaben x und y kennzeichnete. So, sagte er, hätte er ein Achsenkreuz erhalten. Dann teilte er vom Ursprung der beiden Achsen jeweils in den selben Abständen Zahlen von eins bis vier ein. Auf der waagerechten Achse setzte er rechts vom Ursprung natürliche Zahlen und links die negativen Gegenzahlen ein. Genauso machte er es mit der senkrechten Achse, indem er oberhalb des Ursprungs natürliche Zahlen einzeichnete und unterhalb von ihm negative Zahlen.
Jetzt legte er vier ausgewählte Punkte in sein Koordinatensystem so, dass sie auf einer Geraden lagen. Stolz erklärte er uns: "Für jedes Steinchen mit dem Zahlenpaar (x; y) auf dieser Geraden gilt nun die Beziehung: y = 5-x. Auf diese Weise kann man wunderbar die beiden großen Gebiete Geometrie und Algebra miteinander verbinden!"

Wir waren sehr erstaunt, wie das Koordinatensystem damals erfunden wurde und welche Möglichkeiten René Descartes damit der Mathematik eröffnet hat! Und auf einmal ging Sandra ein Licht auf, und sie rief: "Jetzt wissen wir auch, warum ein Koordinatensystem mit paarweise aufeinander senkrecht stehenden Achsen, die alle dieselbe gleichmäßige Unterteilung besitzen, 'kartesisches Koordinatensystem' heißt. Das ist Ihnen zu Ehren so genannt worden!"

Wir konnten uns gerade noch für die interessante Unterhaltung bedanken, als wir wieder von einer Welle gepackt wurden und auf unseren Surfbrettern in ein anderes Land gespült wurden!

 

Viola & Sandra

© 2001 LFS-Köln